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Wie kann Inklusion gelingen?

Experten diskutierten über die Herausforderungen inklusiven Lernens in Euskirchen

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Für Christiane Loeb (v.li.), Dr. Marion Gierden-Jülich und Ina Scharrenbach MdL steht fest, dass die Inklusion als Chance genutzt werden muss. Foto: David Dreimüller / Büro Klaus Voussem


Euskirchen. Können Schulen mit 4300 Euro das inklusive Lernen umsetzen? Um diese und weitere Fragen rund um das Thema Inklusion drehte sich der 2. Euskirchener Bildungsdialog, den der CDU-Stadtverband Euskirchen im City-Forum ausrichtete. Als Ina Scharrenbach, stellvertretende CDU-Landesvorsitzende, die Unterstützung von 4300 Euro seitens der Landesregierung in den Raum warf, gab es auch im Publikum ein leichtes Raunen. Auf diesen Wert kommt die Landtagsabgeordnete, wenn sie die 175 Millionen Euro, die die rot-grüne Landesregierung bis zum Jahr 2017 für Inklusion bereitstellt, auf die einzelnen Einrichtungen in den Kreisen und Städten aufteilt. Zusammen mit Ina Scharrenbach sprachen der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Klaus Voussem MdL, Dr. Marion Gierden-Jülich, die schulpolitische Sprecherin Christiane Loeb von der CDU Stadtratsfraktion und Alfred Jaax Fachbereichsleiter Schule, Jugend, Familie und Soziales bei der Stadt Euskirchen, über die Möglichkeiten des inklusiven Lernens. Johannes Bleeker, der für die Schüler Union den Bildungsdialog mitorganisierte, thematisierte in seinem Grußwort die Sorgen der Regelschüler vor der Inklusion.
„Ich denke, wir sind in Euskirchen gut aufgestellt“, sagte Alfred Jaax über die Situation im Stadtgebiet. Schon lange habe man sich auf die Umsetzung der Inklusion vorbereiten können. „Durch die neue Gesamtschule können wir das Lernen auf breitere Schultern stellen.“ Dort werden im kommenden Schuljahr 15 Schüler mit Förderbedarf unterrichtet.


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Über die Chancen inklusiven Lernens diskutierten Johannes Bleeker (v.li.), Klaus Voussem MdL, Christiane Loeb,
Dr. Marion Gierden-Jülich, Ina Scharrenbach MdL und Alfred Jaax. Foto: David Dreimüller / Büro Klaus Voussem


Ina Scharrenbach sieht in der Inklusion eine Generationenaufgabe, die es unbedingt zu unterstützen gilt. „Wir müssen alles tun, um das System gut starten zu lassen“, so Scharrenbach. Die Landespolitik müsse nach Möglichkeiten suchen, das inklusive Lernen weiter zu unterstützen. Ganz wichtig sei jedoch die Qualität der Umsetzung, dies merke das Kind schließlich direkt.
Auch Christiane Loeb bewertete die Situation im Euskirchener Stadtgebiet positiv. Nur müsse der barrierefreie Umbau des Realschulzentrums, in dem die zukünftige Gesamtschule untergebracht sein wird, auf breitere Schultern gestellt werden. Mit den rechnerisch zur Verfügung stehenden 4300 Euro sei dies wohl kaum zu bewerkstelligen. Zudem müsste das Land Nordrhein-Westfalen mehr Sonderpädagogen zur Verfügung stellen.
Dies sah auch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Klaus Voussem so. „Viele Lehrer haben das Gefühl, ins kalte Wasser der Inklusion geworfen zu werden. Sie wissen nicht, wie sie 20 Kinder mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten in einer Klasse unterrichten sollen.“
Keine kleine Fortbildung würde einen Lehrer adäquat auf den Alltag eines inklusiven Unterrichts vor. „Keinem Kind mit einer geistigen oder starken körperlichen Behinderung bringt es etwas, wenn es auf eine Schule wechselt, wo weder die Schule noch die Lehrer auf seine Bedürfnisse ausgerichtet sind“, so Voussem, der die Landesregierung zum Handeln aufforderte. „Summa summarum ist das inklusive Lernen eine gute Idee, der ich mich gerne anschließe, aber die Umsetzung ist leider von der rot-grünen Landesregierung schlampig organisiert. Qualitätsstandards müssen festgelegt werden, Lehrerinnen und Lehrer benötigen Fortbildungsangebote und Eltern unabhängige Beratungsangebote.“ Erst dann, so Voussem, könne Inklusion wirklich gelingen.
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